Sep 2 2011

Writing vs. Editing

Autor: Zettt

In der Sosumi Show Folge 8 sprechen Rafael und Ich über Skitch. Rafael sagt “Das ist mein Tool”. Bei Tools muss ich auch immer wieder an Texteditoren denken. Ich schreibe sehr gerne Text. Programmiere hier und da auch mal ein Skript. Schreiben in einem Texteditor ist doch etwas “wichtiges” für mich. Doch arten oft die Streits um das “Tool” aus. Da gibt es die einen die müssen unbedingt Vim benutzen, weil er der beste Editor ist, andere benutzen TextEdit oder Scrivener. Eigentlich ist dieser Artikel all denen gewidmet die sich gerade eine “Ablenkungsfreie Schreibumgebung” (distraction free writing) zugelegt haben und jetzt deshalb so richtig gut schreiben können.

 

Schreiben

Ich vertrete beim Text schreiben die Meinung von Andy Ihnatko der einmal sagte:

“Writing for me writing is really just about pushing the cursor across the screen.”

Da muss ich zustimmen. Schreiben bedeutet wirklich einfach nur schreiben. Worte ins Keyboard hacken. Egal ob das jetzt Sinn macht oder nicht. Bei einem Artikel geht es erst einmal darum die Menge an Worten die es zu einem Thema zu sagen gibt zu Datei zu bringen.

Editieren

Beim Programmieren ist das ähnlich, hier spielt aber ein zweiter Aspekt zum Schreibprozess bei: Das Editieren. Sprich was passiert, wenn man Fehler korrigieren muss? Was wenn man feststellt, dass Absatz A wirklich besser hinter Absatz B aufgehoben werde? Dasselbe gilt für Funktionen in Programmcode. Text zu editieren ist beim Programmieren viel wichtiger als einfach nur beim schreiben. Obwohl die Grundsportart dieselbe ist, ist es doch ein wenig anders.

Und hier schneiden sich beide Welten. Editieren ist für einen Authoren nicht so wichtig. Schreiben mache ich selbst am liebsten in Scrivener. Das Programm bietet einige Funktionen die einfach beim typischen schreiben eines langen Textes extrem hilfreich sind.1

Was bleibt?

Schreiben und editieren sind für mich wirklich zwei verschiedene Dinge. Schreiben kann ich überall, da brauch ich kein distraction free yadda yadda zu, das kann ich selbst noch in TextEdit, ach das kann ich selbst noch in WordPad.
Editieren aber, das mache ich lieber in einem Texteditor der Features für die Editing Phase bereit stellt.

Mein Editing Tool

Für mich ist das derzeit Vim. Ja, alt. Ja, nicht Mac nativ. Aber einen geschriebenen Text sinnvoll machen, auszeichnen und zu korrigieren macht einfach soviel mehr Sinn als anderswo.
Bleibt abzuwarten was andere da noch bringen. Jeder der versucht TextMate nachzuahmen, wird am Schluss eine Kopie des Originals sein. TextMate 2 würde mich nochmal veranlassen den Editor anzusehen, wird aber wohl nie kommen. Mit BBEdit kann ich mich nicht anfreunden. Alles was gerade Neu Im App Store ist, ist eben neu im App Store. Sprich die Entwicklungszeit ist zu kurz um wirklich revolutionär Dinge ändern zu können am Editing, dass auch nur nah an BBEdit, TextMate, Vim und meinetwegen auch Emacs herankommt.

Zwei Links noch:


  1. Ein Beispiel ist ⌘K, welches einen neuen Abschnitt erstellt anhand der aktuellen Cursor Position. Meistens schreibt man Text und stellt dann nach ein oder zwei Sätzen fest, dass das wirklich ein separater Gedankengang ist. Cursor auf den Anfang setzen, ⌘K, und schon ist der Gedankengang in seinem eigenen Dokument. 

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