Nov 23 2010

[Produktivität] Das Thema ist durch

Autor: Zettt

Ich glaub, ich bin durch mit Productivity! Jahre habe ich damit verbracht mich mit dem Thema auseinander zu setzen. Aber ich glaube das ist es nicht mehr. Es geht mir nicht mehr darum höchst praktisch zu leben. Und den allerletzten Productivity Hype will ich auch nicht mitmachen.
Angefangen hat es mit Zeitmanagement ala Wenn du es eilig hast, gehe langsam. Mehr Zeit in einer beschleunigten Welt. Später kam dann der ganz grosse GTD Hype. Und jetzt soll ich auch noch Kanban.
Das heisst aber nicht, dass ich diese Zeit bis zur jetzigen Erkenntnis bereue oder gar rückgängig machen werde. Es heisst einfach nur, dass ich einen Schlussstrich ziehen muss, der all diese Erfahrungen unter einen Hut bringt.

Klarstellung

Es geht, und ging, beim Zeitmanagement seit Anfang darum die Lebensqualität zu erhöhen. Dies habe ich auch erreicht. Hätte ich nicht angefangen mich mit GTD und Pomodoro auseinander zu setzen, wären zwei sehr wichtige Dinge aus meinem Leben verschwunden. Nicht das ich immer noch wie ein wahnsinniger die Tomate drehe, nein, vielmehr ist es mir inzwischen wichtiger jedes Tool dort einzusetzen wo es sich am besten bewährt hat.
Mein “Zeitmanagement” wäre nur halb so schön gäbe es Getting Things Done nicht. Das ist einfach ein Werkzeug was die Planung extrem vereinfacht.

Doch wo würde ich denn hinkommen, wenn alles noch weiter und noch besser optimiert wird. Nirgends! Genau. Dann hätte ich wahrscheinlich wie Son-Goku einen dermassen fokussierten Energiespiegel, mit dem ich in 2 Sekunden alle meine Arbeit erledigen könnte. Und dann? Dann bin ich zufrieden und wahrscheinlich glücklich.
Das glaube ich nicht. Vielmehr glaube ich, dass ich dann unglücklich bin. Denn so im Nachhinein sind die Dinge auf die ich am stolzesten sein kann, die Dinge die am meisten Arbeit gemacht haben. Und viel Arbeit bedeutet nunmal, dass da Zeit und vor allem Mühe reinfliesst. Was mich zum nächsten Punkt bringt.

Mir mit etwas Mühe zu geben, bedeutet schliesslich auch, dass ich mich mit etwas gedanklich stark auseinandersetze. Sucht mal im Internet nach den Stichpunkt “Mindful living”. Das trifft’s eigentlich ganz gut. Statt nur alles schnell und fix erledigen zu können, würde ich doch viel lieber *qualitativ *hochwertige Zeit auf dieser Erde verbringen.
Um das zu tun, hilft mir natürlich wieder alles was ich auf dem Weg bis hierher gelernt habe. Versteht mich also nicht falsch. Ich widerlege in keinster Weise meine bisherigen Efficiency und Productivity Aussagen und Machenschaften. Sie helfen mir täglich meinen Lebens- sowie Büroalltag zu überstehen. Dennoch glaube ich, dass der Productivity Hype einfach vorbei ist. Das kann’s nicht mehr nur alleine sein…

Folgerung

Ich glaube so geht es vielen gerade. Zumindest merkt man das an dem Menschenschlag, der sich auf BarCamps immer so rumtreibt. Sessions die Titel beinhalten wie man denn nachhaltiger Leben könnte erfreuen sich grosser Beliebtheit. Bio-Läden sind ja ebenfalls seit Jahren nichts unbekanntes mehr. Tritt ja in die gleiche Kerbe.
Ich hoffe dieser Artikel ist euch eine Inspiration euch auch mal dem einen oder anderen hier erwähnten Aspekt zu beschäftigen.

Links: zenhabits
Credits: Foto von TheTruthAbout

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