Aug 16 2010

[Pomodoro] Was Tomaten mit Produktivität zu tun haben

Autor: Zettt

Bild von merceblanco

Die Pomodoro Technik ist eine Arbeitstechnik, welche man fast mit 10+2 (ten plus two) gleichsetzen könnte. Jedoch nicht ganz. Ihnen gemein ist der Versuch mit Prokrastination und unproduktiv sein umzugehen und eine Lösung anzubieten die bei Leuten hilft, die sich schlecht konzentrieren oder nicht bei der Sache bleiben können.
Ich bin neulich in einer Unterhaltung mal wieder über 10+2 gestolpert. Da ich davon, aber noch nie so ganz angetan war, bin ich dem auch nicht weiter nachgegangen. Die Pomodoro Technik finde ich aber sehr interessant.

Kurz vorgestellt

In einigen kurzen Worten möchte ich die beiden “GTD” Techniken einmal vorstellen.

10+2

10 plus 2 beschreibt folgenden Arbeitsrhythmus an den man sich halten soll:

  • 10 Minuten Arbeiten
  • 2 Minuten Spass

Der Clou soll sein, dass man durch die sehr kurzen Phasen, in denen man sich “erlaubt” Spass zu haben, nicht darin zu versinken, Facebook Profile ansurft oder sich dieses Video hier zu lange/oft ansieht.
10 Minuten Arbeit seien zu kurz um sie als lästig zu empfinden. 2 Minuten Spass zu kurz um sie wirklich auskosten zu können. Durch den ständigen Wechsel erfährt der Nutzer ein gewisses Pain & Pleasure Gefühl.

Ich habe das ebenfalls einmal probiert. Manche sind sogar dabei geblieben. Manchen hilft es einfach nur endlich mal mit der Arbeit zu beginnen. So zitiere ich hier einen Bekannten:

Hat man einmal mit der Arbeit begonnen geht es einfacher!
Funktioniert ganz einfach. Du machst das 1-2 hintereinander und merkst dann wie blöd das eigentlich ist, legst den Timer zur Seite und arbeitest dann eben einfach. Mir hilfts!

Pomodoro Technik

Die Pomodoro Technik verfolgt einen leicht anderen Ansatz. Hier wird die Zeit in 25 und 5 Minuten aufgeteilt. Ein 25 und ein 5 Minuten Block zusammengezählt nennt man “Pomodoro”.
Ansonsten funktioniert alles eigentlich gleich. Man wechselt immer schön zwischen Arbeit und Pause hin und her und versucht so etwas erledigt zu bekommen.

Pomodoro im Detail

Der, für mich, entscheidende Vorteil der Pomodoro Technik ist, dass es sich nicht um eine Arbeitstechnik handelt, die unglaubliche Produktivität verspricht – also nicht nur. Es geht vielmehr auch darum, Produktivität messbar zu machen.
Das funktioniert folgendermassen. Jeder erledigte Pomodoro, man nennt das auch einfach Task, Aufgabe oder Teilaufgabe, wird ein oder mehrere Pomodoros zugewiesen. Eine Aufgabe kann dabei maximal 5-7 Pomodoros lange dauern. Aufgaben die länger sind, müssen herunter gebrochen werden. Hat man sich also schon lange mal gefragt, ab wann man eine Aufgabe zerlegen sollte. Hier ist die Antwort – ca. 3 Stunden. Die Notation erfolgt dabei auf ein Blatt Papier oder, ihr habt es sicherlich schon erraten, wie bei GTD üblich, in einer Liste.

    • Internet Recherche zur Pomodoro Technik ☐

Ich gehe hier davon aus, dass ich zum recherchieren 30 Minuten brauche. Würde ich länger brauchen, dann gehören da 2 Kästchen hin.
Also beginne ich nun meine Recherche stelle den Timer neben mich, der tickt schön. (Das ist gut, damit ein wenig “Arbeitssound” hat. Mal im verlinkten PDF nachlesen!) Und nach 25 Minuten bin ich fertig. Dann entweder (kurz) weiterlesen oder sofort abrupt aufhören. Ist der Pomodoro erledigt wird er mit einem X markiert:

    • Internet Recherche zur Pomodoro Technik ☒

Nun stelle ich jedoch fest, dass ich noch nicht fertig war und nochmal etwas Zeit investieren muss. Nach einem weiteren Pomodoro ist die Recherche jedoch erledigt. Das sieht dann so aus:

    • Internet Recherche zur Pomodoro Technik ☒✕

Man sieht deutlich, dass ich mir ursprünglich mal dachte, dass die Recherche gleich (nach einem Pomodoro) erledigt sei. Ich aber doppelt solange brauchte wie ich eigentlich dachte. Beim nächsten mal, kann ich mir also von vornherein doppelt soviel Zeit einplanen.

Praxis

Eigentlich bin ich kein Freund solcher Zeitmess- und sonstwas Techniken. Die Pomodoro Technik jedoch finde ich attraktiv aus folgenden Gründen:

  1. Messung der Produktivität: Jede Aufgabe hat eine gewissen Anzahl von X’en erhalten. Wenn man noch mehr notiert, kann man sogar die Zeit notieren, wann der Task beendet wurde.
  2. Kein “Du musst, sonst funktioniert’s nicht!”: Bei 10+2 wird davon ausgegangen, dass sofort nach Ablauf der 10 Minuten Phase eine 2 Minuten Phase beginnen muss. Bei der Pomodoro Technik halte ich es nicht ganz so straight. Viel wichtiger ist mir, dass ich mich selbst mal zwinge eine gewisse Zeit am Stück durchzuarbeiten und alle anderen Tätigkeiten auf später zu verschieben. Und was mir nicht alles einfallen würde. “Ultrawichtiges”! Aber das muss dann eben warten. Dafür habe ich einen Schmierzettel, auf den notiere ich diese Sachen. Nach meinen 25 Minuten kann ich mich um sowas kümmern, oder auch nicht.

Screencast

Ich bin bekennender iPhone Nutzer. Der digitale Helfer ist bei mir ständig mit dabei und kann genutzt werden. Daher habe ich einen kurzen Screencast erstellt und stelle zwei meiner Favoriten Tools vor.

Die beiden genannten Apps kann man hier herunterladen. TenPlusTwo und Promodoro. Jeweils 0,79€.

Mac Tools

Aber auch der Mac steht in Sachen Tools nicht hinten an. Hier gibt es einige Widets und Apps die man sich installieren kann.

Fragen über Fragen

Zuletzt noch ein Pomodoro für euch. Habt ihr schonmal mit diesem oder jenem “Trick” geliebäugelt, der euch produktiver machen soll? Was haltet ihr von 10+2 oder Pomodoro? Benutzt ihr sowas?

4 Personen finden diesen Beitrag gut.

3 Reaktionen auf “[Pomodoro] Was Tomaten mit Produktivität zu tun haben”

  1. Alex
    am 16. 09. 10 um 11:16

    Sehr schön, dass du über Pomodoro schreibst! Ich war vor kurzem auch zufällig auf die Pomodoro Technik gestoßen (bei Lifehacker) und wollte sie ausprobieren. Zur Zeit muss ich sehr viel für meine Exaamensarbeit lesen und glaube, dass die 25/5 Intervalle dafür sehr gut geeignet sind! Besonders gut gefällt mir Promodoro! Danke für den Tipp! Jetzt muss nur noch Cultured Code’s Things einen Pomodoro Timer einbauen und ich wäre komplett zufrieden ;)

  2. TabTwo
    am 18. 09. 10 um 11:18

    Ich nutze Workrave als Timer, da wird dann auch gleich noch was für die Gesundheit getan.

  3. Zettt
    am 18. 09. 10 um 17:18

    Entschuldigt das die Kommentare so lange in der Approval Schleife waren …

    @TabTwo: RSI finde ich persoenlich nicht besonders gut. Micro-Breaks die einem dann noch staendig nerven und so weiter, das kann ich nicht gut finden.

    @Alex: Glaube, das ist unwahrscheinlich. ;)