Apr 16 2010

[GTD] Veränderbares Zeitmanagement

Autor: Zettt

Bild von Todd Baker

Nicht jedes Zeitmanagement-, Selbstmanagement, Was-auch-immer-Management ist für jeden gleichwertig gut geeignet. Das wird mir immer wieder bewusst, wenn ich mich mit anderen Menschen über dieses Thema austausche. Da klagen viele sie würden “nichts geregelt bekommen”, sie hätten da jetzt ja von diesem “GTD” gehört und haben das auch mal ausprobiert. Am Anfang habe es noch ganz passabel funktioniert, aber irgendwann hat es aufgehört gut zu sein.
Das kenne ich natürlich auch selber. Ich selbst bin, als GTD’er, auch nicht jemand der stur David Allen’s Buch 1:1 genauso umgesetzt hat. Und oft frage ich mich, warum viele Menschen denen ich versuche zu helfen so steif über ihr Zeitmanagement System denken.
Wahrscheinlich, oder vielleicht, aus Unwissenheit. Das ist so als würde man in die Apotheke gehen und sich einen natürlichen Hustenstiller kaufen, weil man nicht weiss, dass es auch chemische Mittel gibt. Weswegen hier jetzt wohl ein solcher natürlicher Hustenstiller neben mir steht, aber das ist eine andere Geschichte.

Veränderbares Zeitmanagement

Natürlich habe auch ich mal das eine oder andere System irgendeines Produktivitätsgurus ausprobiert. Natürlich habe ich damit zu kämpfen gehabt. Und ebenfalls “natürlich” hat das eine oder andere für mich nicht funktioniert. Das war aber letztendlich nicht mein Problem, denn irgendwann hatte ich selbst soviel Wissen zu diesem Thema, dass ich mir selbst helfen konnte. Ich fing an mein System für mich selbst anzupassen anhand von Kriterien die ich mir selbst erarbeitet habe. Nun möchte ich aber nicht darüber schreiben, wie sich mein Zeitmanagement über die Jahre verändert hat (vielleicht doch in einem weiteren Artikel…). Vielmehr möchte ich unseren Lesern ins Bewusstsein rufen, dass eines dieser “Wundermittelchen” aus so einem “dieser Bücher” mitunter nicht funktionieren wird.

Letztlich kam es mir mal wieder in den Sinn. Eine werte Klientin, welche ab und an meinen Rat anforderte, nicht bezüglich einer Neustrukturierung ihres Zeitmanagement Systems durch meine Hilfe im übrigen, sondern einfach mal anfragte “wie ich das denn machen würde”. Also es ging eher um eine generelle Beratung.
Dabei kam zutage, dass auch sie von GTD gehört habe, es für sich entdeckt hat und auch versuche umzusetzen. Am Anfang sei es noch ganz gut gelaufen, dann jedoch wäre die “Inbox” überfüllt mit Tasks geworden und es wäre kein Ende mehr zu sehen. Einzig ein loeschen jeglicher Tasks aus dem GTD-Tool würde jetzt wahrscheinlich noch helfen.

Mein Rat an der Stelle lautete knapp:

Nur zu! Nichts ist schlimmer als sich von einem Tool geisseln zu lassen, dass scheinbar nicht funktioniert.

Und das es nicht funktionierte lag nach der überfüllten Inbox klar auf der Hand.

Wieder von Null beginnen

Wieder von Null zu beginnen halte ich persönlich für eine absolut geniale Sache. Denn eigentlich sind diese Helfer dazu da uns zu helfen. Und es ist uns nicht geholfen, wenn wir mit Abscheu an dieses “Taskmonster” denken, welches sich uns entgegenstreckt sobald man OmniFocus oder Things öffnet. (Zwei hervorragende Tools beiläufig) Und so predige ich den Neuanfang.

Nochmal von vorne anzufangen hat etwas befreiendes. Man hat festgestellt, dass gewisse Dinge funktionierten und auch nachhaltig “Spass” machten, andere waren nicht so leicht umzusetzen, machten weniger Spass, wenn überhaupt. Ein Neuanfang hat den Vorteil, dass man nochmal in sich kehren kann um darüber nachzudenken was man mit seinem persönlichen, massgeschneiderten Zeitmanagement-System eigentlich erreichen möchte.

Es ist fast ein bisschen ironisch, dass dies auch zufällig der erste “richtige” Beitrag auf der Digitalen Wiese ist. So würde ich unsere Leser im Verlauf der nächsten Artikel gerne dazu einladen hier weiter zu lesen und Ideen zu sammeln um damit dann ihr eigenes System besser zu gestalten.

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